CHANGE-MODULE
INS HANDELN KOMMEN…
Wohnen
Warum ist Wohnen wichtig?

Der Gebäude- und Bausektor ist für 36 % des Endenergieverbrauchs (für Bau, Reparatur und Nutzung) und 39 % der Treibhausgasemissionen verantwortlich, wobei fast ein Drittel davon auf die Herstellung von Baumaterialien entfällt. Gebäude speichern auch Wärme und machen ihre Umgebung noch heißer.
Der Bausektor hat auch erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt. Gebäude beanspruchen Land und können den Lebensraum als solchen beeinträchtigen. Der Bausektor verbraucht große Mengen an Materialien, Ressourcen und Energie für Bau und Reparaturen. Er erzeugt auch viel Abfall und Verschmutzung und verbraucht Wasserressourcen.
Hinweis
Größte Wirkung
1. Dein Haus nachrüsten

Warum ist es wichtig, dein Haus nachzurüsten?
Je nachdem, wann dein Haus gebaut wurde oder welche Materialien verwendet wurden, kann die Nachrüstung deines Hauses Wärmeverluste und den Energieverbrauch verringern, deine Heizung verbessern und deine Wohnumgebung, deine Gesundheit und dein Wohlbefinden verbessern.
Jedes Haus oder Gebäude ist anders, und so sind auch die Lösungen für eine mögliche Nachrüstung unterschiedlich. Die Lösungen hängen u.a. von der Art des Gebäudes und dem Klima ab. Wende dich daher nach Möglichkeit an einen Experten für energetische Sanierung oder nachhaltiges Bauen in deiner Nähe (in einigen Ländern gibt es Energieberater und -prüfer). Einige lokale und nationale Regierungen gewähren Zuschüsse und andere finanzielle Unterstützung. Denke auch daran, umweltfreundliche Materialien zu verwenden und den anfallenden Abfall ordnungsgemäß zu entsorgen.
Wenn du Mieter*in bist, erkundige dich, ob und wie du deinen Vermieter oder deine Vermieterin bitten kannst, deine Wohnung zu renovieren oder umzurüsten.
Die wichtigsten Aspekte für eine Nachrüstung und energetische Sanierung sind:
Dämme dein Haus
Eine gute Dämmung deines Hauses verringert nicht nur deine Auswirkungen auf das Klima, sondern hilft dir auch, langfristig Kosten zu sparen. Dämmung ist eine der kosteneffizientesten Methoden, um dein Haus energieeffizient zu machen und ein gesundes Raumklima zu erhalten.
Die wichtigsten Ansatzpunkte, um den Verlust von Energie und Wärme bei Gebäuden zu verhindern bzw. zu verringern, sind die Folgenden:
-
Türen und Fenster
Wenn deine Fenster und Türen in einem guten Zustand sind, kann ein Dichtungsstreifen oder eine Gummidichtung viel bewirken. Wenn deine Fenster mehr als 10 Jahre alt sind, solltest du sie durch energieeffiziente Fenster ersetzen. Es gibt Fenster mit doppelter oder dreifacher Verglasung und optimaler Dämmung der Fensterrahmen. -
Dach und Dachboden
Durch die Isolierung deines Dachs oder Dachbodens kannst du ebenfalls viel erreichen, da durch bessere Isolierung Energieverluste (in Form von entweichender Wärme oder Kälte) gestoppt und das Eindringen von Hitze oder Kälte verhindert werden. Ein gut gedämmtes Dach hilft dir außerdem, bis zu 30 % deiner Heizkosten zu sparen. -
Fußböden oder Decken
Eine zusätzliche Dämmung der Böden oder Decken in den oberen Stockwerken kann helfen, Wärmeverluste zu vermeiden. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn deine Kellerdecke nicht isoliert ist. -
Äußere Wände
Durch unzureichend isolierte Außenwände geht Energie verloren. Gut isolierte Außenwände halten dein Haus im Winter warm und im Sommer kühl. Wähle, wenn möglich, umweltfreundliche Dämmstoffe. In manchen Häusern ist es nicht möglich, die Außenwände zu dämmen – in diesen Fällen gibt es Möglichkeiten, die Innenwände zu dämmen. -
Rohre und Leitungen
Wärme geht durch Kanalwände und Rohre verloren oder wird durch sie gewonnen. Die Dämmung von Rohren und anderen Leitungen trägt zur Energieeinsparung bei.
Rüste auf Wärmepumpe um
Elektrisch betriebene hocheffiziente Wärmepumpen übertragen Wärme von einem kalten in einen warmen Bereich. Im Winter überträgt die Pumpe also Energie von außen ins Gebäudeinnere, und im Sommer pumpt sie warme Luft von innen nach außen. Wärmepumpen können herkömmliche Heizungs-, Klima- und Lüftungsanlagen ersetzen – und so den Verbrauch fossiler Brennstoffe und Treibhausgasemissionen reduzieren. Wenn du an einem Ort mit kalten Wintern leben, musst du dein Haus möglicherweise zuerst isolieren (siehe oben).
Installiere intelligente Haussteuerungen
Mit einer intelligenten Haussteuerung kannst du nicht nur die Raumtemperatur regulieren, sondern auch das Licht ausschalten, falls du es vergisst oder den Raum verlässt. Es gibt auch intelligente Steuerungen für Heizkörper. Auch Leckagesensoren können eingebaut werden, um eventuelle Lecks zu erkennen und Wasserverschwendung zu vermeiden.
Mehr Informationen
2. Nachhaltig mieten oder bauen

Warum ist es wichtig, nachhaltig zu bauen oder zu mieten?
Aufgrund des Bevölkerungswachstums und der Urbanisierung wird die bebaute Fläche in Zukunft voraussichtlich zunehmen. Es wird erwartet, dass sich der Bausektor bis 2060 verdoppeln wird, was die Biodiversität bedroht, die Anbauflächen verringert und die Emissionen erhöht, was wiederum große Auswirkungen auf unseren Planeten haben wird.
Der Neubau von Gebäuden muss heute deren Auswirkungen auf den Planeten und das Klima unbedingt berücksichtigen. Viele der Lösungen erfordern angemessene politische und regulatorische Maßnahmen. Es gibt jedoch auch einige Dinge, die wir selbst tun können.
Wenn du baust
-
Mach dir über die Lage Gedanken und versuche, dein Haus an einem Ort zu bauen, von dem aus die täglichen Wege – zu Arbeit, Schule, Einkaufen usw. – möglichst kurz sind bzw. einfach klima- und umweltfreundlich zurückgelegt werden können.
-
Je kleiner, desto besser.
-
Wähle ein umwelt- und klimafreundliches Design.
-
Verwende nachhaltige Baumaterialien.
-
Begrenze die Umweltauswirkungen des Bauens.
-
Sorge für eine effiziente Wassernutzung und gute Lösungen für das Abwasser.
-
Richte dein Haus so aus, dass du Sonne und Wind optimal nutzen kannst – und direkte negative Auswirkungen vermeidest.
-
Vermeide Einrichtungsgegenstände und Sanitäranlagen, die Chemikalien enthalten.
-
Schütze die Umgebung und achte darauf, dass die Bauarbeiten die Natur und die Artenvielfalt um dein Haus herum nicht beeinträchtigen.
-
Installiere nach Möglichkeit eine Solaranlage (dazu unten 3.).
-
Denke grün!
Wenn du mietest
-
Wähle einen praktischen Standort. Versuche in der Nähe deines Arbeitsplatzes oder deiner häufigsten Aufenthaltsorte zu wohnen, wenn dies machbar ist.
-
Suche nach neueren, energieeffizienten Gebäuden.
-
Erkundige dich nach dem Baujahr bzw. dem Zeitpunkt der Nachrüstung und energetischen Sanierung. Je nachdem, wo du wohnst, gibt es möglicherweise eine Energiebilanz für das jeweilige Gebäude.
-
Frage, wie das Gebäude oder Haus beheizt wird und wer der Stromversorger ist. Wenn du kannst, wähle eine Wohnung oder ein Haus mit einem klimafreundlichen Heizsystem und sauberem Strom.
-
Wenn die Gesetze es zulassen, wechsle deinen Energieversorger zu einem Anbieter von Strom aus erneuerbaren Energien.
-
Überprüfe die Geräte in der Wohnung bzw. im Haus: Energieeffiziente Geräte machen einen großen Unterschied – für die Umwelt und deinen Geldbeutel!
-
Erwäge den Einbau von getönten Fenstern: eine kostengünstige Lösung, wenn du die Isolierung der Fenster nicht erneuern kannst.
-
Stelle Topfpflanzen an strategisch günstigen Stellen auf, um die Sonne während der heißesten Zeit des Tages abzuschirmen.
Mehr Informationen
3. Nutze Solarenergie

Warum hat die Nutzung von Solarenergie eine große Wirkung?
Als erneuerbare Energiequelle spielt die Solarenergie eine wichtige Rolle bei der Verringerung der Treibhausgasemissionen und der Eindämmung des Klimawandels. Die Nutzung von Solarenergie kann außerdem die Luftqualität verbessern und den Wasserverbrauch bei der Energieerzeugung verringern. Außerdem ist sie auf dem Weg zu einer der günstigsten Energiequellen überhaupt.
Um Solarenergie zu nutzen, gibt es mehrere Möglichkeiten:
Installiere eine Solaranlage
Die Verwendung von Solarstromanlagen verringert die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, die sich direkt auf die Emission schädlicher Gase in die Atmosphäre auswirken – und die Energie der Sonne ist im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen unbegrenzt. Solarstromanlagen (sogenannte Photovoltaik- oder PV-Anlagen) erzeugen Strom. Andere Anlagen können auch Wasser erwärmen.
Informiere dich über Anbieter von Solaranlagen und ggf. verfügbare Finanzierungshilfen und Förderprogramme in deiner Region. In vielen Ländern gibt es auch Energieberatung von Stadtverwaltungen, Verbraucherzentralen oder privaten Anbietern vor Ort oder auch online. Nicht selten ist das Erstgespräch kostenlos und gibt dir einen Überblick über Angebote und Möglichkeiten in deiner konkreten Wohnsituation.
Nutze solarbetriebene Produkte
Es gibt auch viele einfache Solarenergie-Lösungen ohne, dass du zu Hause eine ganze Solarstromanlage installieren musst. Es gibt kleine Solarpanele, die du auf deinem Balkon, deiner Terrasse oder an deinem Fenster anbringen kannst.
Darüber hinaus gibt es viele andere kleine Geräte wie Solarleuchten für den Außenbereich oder Powerbanks, die mit Sonnenenergie aufgeladen werden können.
Mehr Informationen
Einfache Schritte
Veränderungen erreicht man nicht immer mit dem großen Wurf. Das Wichtige ist, anzufangen, Erfolge zu sehen und dranzubleiben. Hier sind drei kurze Tipps für dein nachhaltiges Zuhause.
Kontrolliere die Raumtemperatur
Halte dein Zimmer auf einer angemessenen Temperatur
-
Ziehe dich warm an und drehe die Heizung herunter: Ziehe eine zusätzliche Schicht oder einen bequemen Pullover an, wickel dich in eine schöne Decke ein. Halte deine Raumtemperatur im Winter bei 19 Grad Celsius / 66 Fahrenheit.
-
In heißen Sommern solltest du die Temperatur bei 25 Grad Celsius / 78 Grad Fahrenheit halten.
Installiere intelligente Thermostate und programmiere sie auf Grundlage deiner täglichen Routine.
-
Intelligente Thermostate sind WLAN-fähige Geräte, die Heizung und Kühlung in deinem Haus steuern (indem sie deine Temperaturvorlieben lernen und planen, wann sie sich automatisch auf energiesparende Temperaturen einstellen, wenn du schläfst oder abwesend bist).
-
Sie können dir helfen, die Temperatur in deinem Haus zu regulieren und den Energieverbrauch zu senken.
-
Du kannst 10 bis 15 Prozent des Energiebedarfs einsparen und sie sind sehr praktisch, insbesondere wenn sie von überall aus gesteuert werden können.
Verwende Vorhänge oder Jalousien, um im Sommer direkte Sonneneinstrahlung zu verhindern und im Winter die Wärme zu speichern.
Stelle auf LED-Glühbirnen um
-
Dadurch kann der Stromverbrauch um bis zu 80 % gesenkt werden, und sie haben auch eine längere Lebensdauer als herkömmliche Glühbirnen.
Ventilation und Luftqualität
-
Stoßlüftung statt Kippfenster! Anstatt die Fenster zu kippen, schalte die Heizkörper aus und lüfte 5 bis 15 Minuten lang. Wenn der Luftaustausch abgeschlossen ist, schließe die Fenster und drehe die Heizung wieder an.
-
Zimmerpflanzen können dir helfen, die Luft in deinem Haus zu reinigen, indem sie Schadstoffe entfernen und Sauerstoff ausstoßen.
-
Verwende Deckenventilatoren, um die Luftzirkulation zu verbessern und den Bedarf an Klimaanlagen zu verringern. Verwende den Ventilator im Sommer gegen den Uhrzeigersinn und im Winter umgekehrt, um einen Aufwind zu erzeugen, der die warme Luft umverteilt.
-
Mit der Zeit können die Luftkanäle deines Hauses verschmutzt werden, was den Luftstrom verringert. Eine regelmäßige Reinigung der Luftkanäle verbessert die Belüftung deines Hauses.
-
Achte darauf, dass du keine schädlichen Chemikalien wie Pestizide, Reinigungsmittel und Lufterfrischer verwendest, die sich negativ auf die Luftqualität in Innenräumen auswirken und der Umwelt schaden können.
Fun Tips

Bei allen guten Beweggründen: Spaß motiviert am meisten! Der sollte auf keinen Fall zu kurz kommen.
Hier sind drei Ideen. In eurem Change Club fallen euch sicher noch mehr ein.
-
Spiele Detektiv: Gehe durch dein Haus und finde alle Bereiche, in denen Energie oder Wärme verbraucht wird, und überlege dir, wie du den Energieverlust reduzieren und beheben kannst.
-
Baue dir einen Do-it-yourself (DIY) Solarkocher und veranstalte damit regelmäßige Solarkocher-Parties. >> Hier gibt’s Tipps, wie’s geht <<
-
Wärme dich zu Hause auf – mit menschlicher Energie: Beim Tanzen mit Freunden und Familie in deinem Wohnzimmer – oder bei einer Kuschelrunde mit deinem/r oder deinen Liebsten.
SDGs
Mit Maßnahmen für nachhaltiges Wohnen tust du etwas für das Klima. Darüber hinaus trägst du zur Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDGs) bei, darunter zu diesen:
Klicke auf das jeweilige Ziel, um mehr zu erfahren.



Tipps & Informationen
Mehr Informationen
We must change how we live. Not only in politics and the economy, but also personally. Doing it alone is difficult. That is why I suggest creating Clubs, in which people can learn from each other and help one another to change their lives. There one would get recommendations for delicious vegetarian recipes, fairly traded textile brands, some would share their experiences with carsharing, others about how to grow vegetables on your roof, another would know a great way to reuse rainwater, and so on. The Clubs would work following the Weight Watchers principles: Motivation and exchange of experiences. Working title: Change Clubs. If you would like to help this project see the light of day, contact me.